Was ist Aikido?

Aktuelle Termine

Am Mittwoch 18. Oktober um 19:00 Uhr beginnt unser neuer Anfängerkurs für Erwachsene (Hallenteil 1).
Kommt einfach vorbei, keine Anmeldung oder Vorkenntnisse erforderlich. Normale Sportkleidung ist ausreichend.
Falls ihr Interesse habt, aber an diesen Terminen nicht könnt, seid ihr auch jederzeit sonst willkommen – zum Zuschauen von der Galerie aus, oder am besten gleich zum Mitmachen.


Aikido im SV München-Laim
Homepage: www.aikido-laim.de
E-Mail: info@aikido-laim.de

Aikido ist eine defensive Kampfkunst, deren Wurzeln in zahlreichen Kampfkünsten des japanischen Mittelalters liegen. Aus der Erkenntnis, dass Gewalt nur zu Gegengewalt führt, schuf Morihei Ueshiba (1883-1969), der Begründer des Aikido, eine Budoform, die ethischen Ansprüchen genügt und die Menschen verbinden will.

Aikido beruht auf einem geschulten Willen als lenkende Kraft (Ki) und dem Vermögen, Gedanken und Handlungen in Harmonie (Ai) zu koordinieren. Die Ausführung der Aikidotechniken wirkt von außen leicht und elegant, so daß in der englischen Literatur Aikido oft als “moving zen”, also ZEN-Meditation in Bewegung bezeichnet wird.

Ziel der Aikidotechniken ist die Kontrolle über einen Angreifers, nicht dessen Zerstörung. Ein Prinzip des Aikido ist, dem Angreifer keinen Widerstand zu bieten und somit den Angriff ins Leere laufen zu lassen. Die Angriffsenergie wird aufgenommen und förmlich in die eigene Bewegung aufgesaugt. Die Kontrahenten verschmelzen in einer Bewegungsform, daher sehen die Aikidotechniken so spielerisch und harmonisch aus.

Wer Aikido übt, wird sehr schnell feststellen wie schwierig es ist, die Kontrolle des eigenen Verhaltens mit der Kontrolle des Angreifers in dieser Leichtigkeit zu verbinden. Obwohl alles so einfach aussieht, scheint selbst die einfachste Bewegung unendlich schwer wenn man sie erstmalig selbst übt.

Aikido trainieren

Aikido ist anders als die gängige Vorstellung von Kampfkunst: Es gibt keinen Wettkampf und damit keinen Gegner und keinen Leistungsdruck; man braucht keine Körperkraft. Es ist für Jedermann gleichermaßen geeignet: Unsere Aufmerksamkeit spielt beim Training eine sehr große Rolle – Alter, Sportlichkeit oder Ehrgeiz dagegen fast keine Rolle.

Beim Training herrscht eine angenehme und freundschaftliche Atmosphäre, die frei ist von Konkurrenz. Aikido trainieren wir als Partner, die im Wechselspiel von unbeugsamen Angriff und ausweichender Verteidigung einander auf dem gemeinsamen Weg weiterhelfen.

Aikido verlangt Ausdauer; nicht körperlich, sondern vielmehr die Bereitschaft, ständig auf die Momente hinzuarbeiten, in denen man selbst die Harmonie mit den Bewegungen des Partners fühlen kann.

Aikido als Selbstverteidigung?

Im gleichen Atemzug wie die Frage, was Aikido denn sei, folgt auch die Frage, ob es denn auch zur Selbstverteidigung tauge. Die Antwort hierauf ist gar nicht so einfach, wie es zunächst erscheinen mag.

Sicherlich ist verständlich, daß eine Sammlung von Techniken über Jahrhunderte nicht überliefert wäre, wenn sie in unsicheren Zeiten keinen Nutzen gehabt hätten. Wenn man sich die Techniken im Training so anschaut, dann kommen aber auch Zweifel auf. Durch das Fehlen von physischem Widerstand sieht Aikido nicht so aus, wie man es von einer Selbstverteidigung erwarten würde.

Das verbreitete Bild von Selbstverteidigung ist die Abfolge von Angriff und Gegenangriff. Angreifer und Verteidiger schenken sich nichts, beide treten in aggressiver Weise gegeneinander an. Der Erfolg liegt am Ende bei demjenigen, der körperlich überlegen oder die besseren Tricks auf Lager hat.

Das Verständnis von Selbstverteidigung im Aikido ist jedoch ein anders: Es fehlt die Absicht, (Gegen-)Gewalt auszuüben. Die Verteidigung richtet sich nicht gegen den Angreifer, sondern nur gegen den Angriff. Der Angriff wird neutralisiert, indem der Verteidiger die Kontrolle übernimmt und die Aggressivität des Angriffs ins Leere laufen läßt.

Voraussetzung hierfür sind nicht mehr Kraft oder schnell erlernte Tricks; Voraussetzung hierfür ist Souveränität im eigenen Handeln, die Fähigkeit, einer Streßsituation mit einem starken, gelassenen Geist zu begegnen.

Daher in einem Satz zusammengefasst:

Ja, Aikido taugt zur Selbstverteidigung, aber wenn man die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erreicht hat, wird man die Techniken vermutlich nicht mehr benötigen.